25.09.2026

So schaffen wir Zuhause.

Wie Wien mit leistbarem, sozialem Wohnbau auf die Bedürfnisse einer wachsenden Stadt reagiert.

Wenn Städte von Paris bis New York über leistbares Wohnen diskutieren, fällt fast immer der Name Wien. Denn der soziale Wohnbau ist hier kein Randphänomen, sondern das Rückgrat der ganzen Stadt. Schon der erste Gemeindebau war mehr als ein Wohnhaus. Es gab einen Kindergarten, eine Waschküche und eine Bibliothek, dazu begrünte Höfe, Licht und Luft. An diese Idee knüpfen wir an. Heute entsteht nicht das einzelne Haus, sondern das ganze Grätzl. Wohnungen, Öffis, Schulen und Grünraum werden gemeinsam geplant. So schaffen wir Zuhause.

Neue Stadtviertel auf altem Bahn- und Betriebsgelände

Wien nutzt dafür die Flächen, die frei werden, so etwa alte Bahnareale mitten in der Stadt. In der Brigittenau liegt das größte innerstädtische Entwicklungsgebiet Wiens, der Nordwestbahnhof. Von 1872 bis Ende 2021 wurde hier Bahn gefahren, zuerst mit Personenzügen, ab 1924 mit Güterzügen. Jetzt entsteht auf 44 Hektar zwischen Donau und Donaukanal ein neuer Stadtteil.

Bis 2035 sollen hier rund 6.500 Wohnungen für etwa 16.000 Menschen gebaut werden, dazu kommen 4.700 Arbeitsplätze. 60 Prozent der Wohnungen sind gefördert, und dieser Anteil umfasst auch Gemeindewohnungen. Leistbares Wohnen ist hier also nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Dazu kommt der Grünraum: Allein die „Grüne Mitte" umfasst zehn Hektar, zusammen mit der „Freien Mitte" werden es rund zwanzig.

Auch die Öffis sind von Anfang an mitgeplant. Ab etwa 2029 fährt die Straßenbahnlinie 12 ins Viertel. Und auf der alten Bahntrasse entsteht der Highline-Park, eine Rad- und Fußverbindung, die den Stadtteil zur Donau hin öffnet und die beiden bisher durch den Bahnhof getrennten Bezirkshälften wieder zusammenwachsen lässt.

Ein Park als Herzstück: neues Leben auf den Aspanggründen

Ein ganz ähnliches Prinzip verfolgt das Stadtentwicklungsgebiet Village im Dritten. Auf den ehemaligen Aspanggründen im dritten Bezirk nahe dem Arsenal entsteht bis 2027 auf elf Hektar ein nahezu autofreies Quartier für rund 4.000 Menschen mit etwa 1.900 Wohnungen, einer Schule, zwei Kindergärten, Nahversorgung und der über zwei Hektar große Bert-Brecht-Park. Mittendrin steht ein Gemeindebau mit begrünter Fassade, die im Sommer kühlt – ein kleines, aber wirksames Beispiel dafür, wie sich sozialer Wohnbau und Klimaanpassung verbinden lassen.

Gemeindebauten NEU: Leistbares Wohnen für jede Lebenssituation

Während diese beiden Quartiere noch wachsen, zeigen vier fertige oder fast fertige Gemeindebauten, wie unterschiedlich die Antworten auf Wiens Wohnbedürfnisse heute aussehen.

Ein eigenes Zimmer für die Kinder: Wohnen für Alleinerziehende

In Meidling, direkt neben der stillgelegten Remise der Badner Bahn, steht mit dem Elisabeth-Schindler-Hof Wiens erster Gemeindebau, der gezielt auch für Alleinerziehende geplant wurde. Er liegt auf dem rund 31.000 Quadratmeter großen Areal in der Wolfganggasse 55, auf dem das neue, generationenübergreifende Stadtquartier für rund 2.000 Menschen entstanden ist. Der Gemeindebau wurde 2022 übergeben.

Die 105 Gemeindewohnungen reichen von 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen. Mehr als die Hälfte davon hat eine Wohnnutzfläche von 46 bis 55 Quadratmetern und einen Grundriss, der neben dem Wohnraum ein eigenes großes Spiel- und Schlafzimmer bietet, gedacht für Elternteile, die Beruf, Betreuung und Alltag oft allein stemmen. Kinderwagenabstellplätze auf jedem Stockwerk runden das Konzept ab. Die Grün- und Freiräume sind bauplatzübergreifend nutzbar und umfassen begrünte Gartenterrassen, Hochbeete zum Garteln, eine Liegewiese sowie einen Kleinkinderspielplatz und einen gemeinsamen Kinder- und Jugendspielbereich mit dem benachbarten Bauplatz. Zudem verfügt die Wohnhausanlage über eine begrünte Gemeinschaftsdachterrasse mit Hochbeeten. Für die Kleinsten ist im Grätzl ein sechsgruppiger Kindergarten mit eigenem großzügigem Außenbereich vorgesehen.

Der erste barrierefreie Gemeindebau in Simmering

Ganz anders, aber genauso konsequent gedacht ist der Gemeindebau in der Hoefftgasse in Simmering. Es ist der erste Gemeindebau NEU im Bezirk und der 20. seiner Art in ganz Wien. Der Neubau in der Hoefftgasse 8 erweitert die bestehende Wohnhausanlage am Muhrhoferweg 1-5 und bringt auch den Anrainer:innen Vorteile. Konsequent barrierefrei geplant, ermöglicht er es etwa Bewohner:innen, selbstbestimmt und rollstuhlgerecht zu wohnen. 52 Wohnungen zwischen 39 und 112 Quadratmetern, alle mit Balkon, Loggia oder Terrasse, unbefristete Mietverträge ohne Eigenmittel oder Kaution: Rund 130 Menschen haben hier ein Zuhause gefunden, das Sicherheit und Unabhängigkeit zugleich bietet. Ein gutes Miteinander wird durch einen Gemeinschaftsraum, eine Gemeinschaftsterrasse mit begrünter Pergola, Kleinkinderspielbereich und Gemüsegarten sowie weitere Treffpunkte für alle Generationen in der Grünanlage unterstützt. Auch beim Klima wurde mitgedacht: Fernwärme, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Gründach sowie Fassaden- und Dachbegrünungen sorgen für ein verbessertes Stadtklima im Grätzl.

Wohnen an der Mühlwasserpromenade

Wie sehr sich Gemeindebau und Klimaschutz mittlerweile verbinden lassen, zeigt schließlich die Brockhausengasse in der Donaustadt, direkt an der idyllischen Mühlwasserpromenade. Hier steht Wiens erster vollständig CO2-neutraler Gemeindebau: Eine Niedertemperatur-Sole/Wasserwärmepumpe versorgt gemeinsam mit einer Photovoltaikanlage und Tiefensonden die 98 Wohnungen nahezu vollständig mit erneuerbarer Energie, ergänzt durch eine Bauteilaktivierung, bei der massive Betondecken Wärme speichern und kontrolliert wieder abgeben. Zwischen Urban-Gardening-Beeten, einer „Kinowiese" mit Sitzstufen und einem großzügigen Kinderspielbereich ziehen rund 220 Menschen in ein Viertel, das zeigt: Leistbares Wohnen und klimaneutrales Bauen schließen einander nicht aus.

Eine Stadt, die weiterbaut: Seit Generationen. Für Generationen.

Ob Großprojekt mit 6.500 Wohnungen oder barrierefreier Gemeindebau mit 52 Einheiten: All diese Orte verbindet, dass sie auf konkrete Lebensrealitäten antworten, auf Alleinerziehende, auf Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, auf eine Stadt, die klimafit werden will und trotzdem wächst. Allein die neue Generation der Gemeindebauten NEU hat bereits über 4.900 Menschen ein neues Zuhause gegeben. 1.000 weitere Wohnungen sind aktuell im Bau.

Wien schafft Zuhause.

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