Gebührenerhöhungen in Wien: Welche Abgaben steigen und warum sie wichtig für die Stadt sind.
Wien zählt seit Jahren zu den lebenswertesten Städten der Welt. Eine starke öffentliche Daseinsvorsorge, leistbarer Wohnraum, chancengerechte Bildung, verlässliche Öffis, moderne Gesundheits- und Pflegeangebote, vielfältige Kultur sowie gepflegte öffentliche Räume sichern diese hohe Lebensqualität für über zwei Millionen Menschen.
Damit Wien auch in Zukunft gut funktioniert, werden einzelne Gebühren angepasst. Diese Anpassungen dienen der langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung sozialer Errungenschaften.
Wien sichert Wohlstand und Lebensqualität
Hundesteuer: Investitionen für Mensch und Tier
Wer in Wien einen Hund hält, ist dazu verpflichtet, eine Hundeabgabe zu entrichten. Der Höchstbetrag wurde zuletzt mit Wirksamkeit 1989 festgelegt und jahrzehntelang nicht valorisiert. Eine teilweise Nachholung der Wertanpassung ist notwendig, um Kosten zu decken. Dieser Höchstbetrag wird nun für den ersten Hund auf 120 Euro und jeden weiteren Hund auf 160 Euro erhöht (Inkrafttreten: 1. Jänner 2027). Mit dem Inkrafttreten der Anpassung soll ab 1. Jänner 2027 (nach derzeitigem Stand) ein einheitlicher Tarif von 120 € pro Hund bzw. 240 € für hundeführscheinpflichtige Hunde festgelegt werden.
Warum ist die Hundeabgabe wichtig? Da uns in Wien auch die Vierbeiner der Wiener:innen am Herzen liegen, wurde in den letzten Jahren in die Infrastruktur für Hunde investiert. In Wien gibt es mehr als 200 Hundezonen und Auslaufplätze, die mitunter auch Trinkmöglichkeiten für Hunde bieten. Fast 4.000 Hundekotsackerlspender stehen in unserer Stadt zur Verfügung - und über 100.000 Sackerl werden täglich “befüllt”.
Übrigens: Die Erhöhung der Hundeabgabe trifft nicht jede:n Hundehalter:in. Nach wie vor sind Befreiungen von der Abgabe vorgesehen - beispielsweise für einkommensschwache Menschen oder Hunde, die aus einem Tierheim adoptiert wurden. Alle Informationen zur Hundeabgabe findest du hier.
Öffis als Rückgrat der Stadt
Die Wiener Linien bilden das Rückgrat der täglichen Mobilität in Wien. Tag für Tag nutzen rund 2,4 Millionen Fahrgäste das öffentliche Verkehrsangebot, das sich über ein Netz von insgesamt 1.248 Kilometern erstreckt. Damit verfügt Wien über das größte Netz öffentlicher Verkehrsmittel Österreichs.
Mit der Einführung der Jahreskarte im Jahr 2012 wurde der Zugang zu Öffis deutlich erleichtert. Seither wurde das Angebot massiv ausgebaut:
- 36 neue oder verlängerte Linien
- rund 190 Kilometer zusätzliche Linienlänge
- über 940 neue Haltestellen, insgesamt knapp 5.730
Gleichzeitig sind die Kosten für Betrieb und Ausbau stark gestiegen, etwa durch Inflation, Energiepreise und Investitionen in moderne Infrastruktur. Trotzdem blieb der Preis der Jahreskarte über 13 Jahre gleich.
Um das Angebot und die Infrastruktur an die wachsende Nachfrage anzupassen und weiter zu verbessern, werden die Preise der Wiener Linien angepasst. Ab 2026 kostet die Jahreskarte 461 Euro, also nur 1,26 Euro pro Tag. Zum Vergleich: In Brüssel kostet die Jahreskarte 1,50 Euro pro Tag und in München 1,87 Euro.
Wien bleibt damit eine internationale Vorzeigestadt für leistbaren öffentlichen Verkehr.
Parkgebühren
Mit Jahresbeginn 2026 werden die Parkgebühren für Parkscheine um 30 % erhöht. Das bedeutet, dass für Kurzzeitparken pro halbe Stunde 40 Cent mehr zu entrichten sind. Damit kostet eine Stunde 3,40 Euro. Verglichen mit anderen europäischen Metropolen liegt Wien damit im Mittelfeld. In Paris kostet eine Stunde parken 6 Euro, in Amsterdam sogar 7,80 Euro.
Das Parkpickerl für Anrainer:innen wird geringfügig angehoben. Mit 156 Euro pro Jahr ist das Parken für Anrainer:innen deutlich günstiger als in Amsterdam (535 Euro), Zürich (275 Euro) oder Budapest (240 Euro).
Wohnen als soziale Infrastruktur
Der Wohnbauförderungsbeitrag ist eine lohnabhängige Abgabe, mit der der geförderte Wohnbau in den Bundesländern finanziert wird. Er wird grundsätzlich gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen eingezogen und von Arbeitgeber:innen und Beschäftigten zu gleichen Teilen getragen. Bestimmte Personengruppen wie Lehrlinge oder geringfügig Beschäftigte sind von der Abgabe ausgenommen. Seit 2018 handelt es sich um eine Landesabgabe, die direkt an das jeweils zuständige Bundesland abgeführt wird. Ab 2026 wird der Beitrag beiderseits auf 0,75 Prozent angehoben, insgesamt also 1,5 Prozent des Bruttolohns.
Der Wohnbauförderungsbeitrag bildet eine zentrale finanzielle Grundlage für den sozialen Wohnbau. Die Stadt und die Wiener Sozialdemokratie haben eine einzigartige internationale Tradition des gemeinnützigen und kommunalen Wohnbaus geschaffen. Dabei verstehen wir leistbaren Wohnraum als soziale Infrastruktur, die allen Menschen zur Verfügung stehen sollte. Der Wohnbauförderungsbeitrag knüpft an diese Tradition an, indem er zweckgebunden Mittel für Neubau, Sanierung und Qualitätssicherung im Wohnbau bereitstellt.
Ortstaxe: Fairer Beitrag für eine attraktive Stadt
Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt. 2024 verzeichnete Wien mit 8,17 Millionen Ankünften und 18,9 Millionen Nächtigungen Wien laut Statistik Austria das erfolgreichste Tourismusjahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Insbesondere die Position als weltweit führender Kongressstandort wurde in den letzten Jahren gestärkt und ausgebaut.
Ab 1. Juli 2026 steigt die Ortstaxe von 3,2 % auf 5 %, am 1. Juli 2027 dann schließlich auf 8 %. Diese Anpassung sichert Investitionen in Infrastruktur und Servicequalität, ohne an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Auch mit der gestiegenen Ortstaxe bleibt Wien im Vergleich mit internationalen Metropolen mehr als konkurrenzfähig.
Straßenverkäufe: Öffentlicher Raum braucht faire Regeln
Auch bei den Gebrauchsabgaben kommt es zu Preisanpassungen. So wird die Abgabe für den Ticketverkauf im öffentlichen Raum in touristischen Zentren auf 350 Euro pro Monat erhöht.
Die Gebührenerhöhungen sichern jene Leistungen, die Wien stark machen: leistbares Wohnen, verlässliche Mobilität, saubere öffentliche Räume und hohe Lebensqualität.
Wiener Budget 2026
Was dir auch gefallen könnte:
So bleibt Wien trotz Hitze kühl
Wiens Maßnahmen gegen Hitzewellen im Sommer
Kostenlose Events im Sommer in Wien 2026: Die besten Gratis-Veranstaltungen
Wien bietet 2026 wieder zahlreiche kostenlose Events und Freizeitangebote für jedes Alter.
Wien spielt alle Stücke.
Eurovision Song Contest 2026 bringt Kultur, Events und Highlights in die ganze Stadt.