14.07.2026

Wasserversorgung auf höchstem Niveau in Wien

So sichert Wien die Trinkwasserversorgung der Zukunft

So sichert Wien die Trinkwasserversorgung der Zukunft

Wien verfügt über eines der sichersten und modernsten Trinkwassersysteme Europas. Auch an heißen Sommertagen und in außergewöhnlichen Situationen können sich die Wiener:innen auf eine zuverlässige Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser verlassen. Dafür sorgen Alpenquellwasser, zusätzliche Grundwasserreserven, große Speicherkapazitäten und eine langfristige Wasserstrategie.

Woher kommt das Wiener Trinkwasser?

Das Wiener Trinkwasser stammt überwiegend aus 70 Quellen in den niederösterreichisch-steirischen Alpen – aus den Regionen Rax, Schneeberg, Schneealpe und Hochschwab. Über die beiden Wiener Hochquellenleitungen gelangt das Wasser bis zu 180 Kilometer weit nach Wien, nahezu ohne Energieeinsatz, allein durch das natürliche Gefälle. Die I. und II. Hochquellenleitung liefern gemeinsam täglich mehr als 430 Millionen Liter Wasser. Das System gilt als besonders nachhaltig und krisensicher, da die Versorgung auch bei einem großflächigen Stromausfall weitgehend aufrechterhalten werden kann.

Die hohe Qualität des Wiener Wassers beginnt bereits in den Quellgebieten. Rund 675 Quadratkilometer Wasserschutzgebiete, eine größere Fläche als das Wiener Stadtgebiet, stehen unter besonderem Schutz und werden nachhaltig bewirtschaftet. Damit sichert Wien auch künftigen Generationen sauberes Trinkwasser.

Wie ist Wien auf Krisen und Hitzewellen vorbereitet?

Zusätzlich zum Hochquellwasser verfügt Wien über 30 Grundwasserbrunnen sowie Wasserwerke in der Lobau, auf der Donauinsel, in Moosbrunn und Nußdorf. Diese Reserven ermöglichen es, bei außergewöhnlich hohem Bedarf oder vorübergehenden Einschränkungen einzelner Quellen rasch zusätzliche Wassermengen bereitzustellen.

Eine wichtige Rolle spielen außerdem die 31 Wasserbehälter der Stadt. Mit einem Speichervolumen von rund 1,6 Millionen Kubikmetern Wasser können sie den durchschnittlichen Bedarf der Wiener:innen für rund vier Tage decken.

Während der jüngsten Hitzewelle stieg der tägliche Wasserverbrauch zeitweise auf bis zu 580.000 Kubikmeter, rund 45 Prozent über dem Durchschnitt. Die Wiener Wasserversorgung konnte diesen Bedarf jederzeit decken.

Kostenlose Trinkwasser- und Abkühlungsangebote in Wien

Gerade in Hitzeperioden setzt Wien auf leicht zugängliche Abkühlungsmöglichkeiten. Mehr als 1.600 Trinkbrunnen, rund 100 „Sommerspritzer“ und 75 mobile „Brunnhilden“ sorgen im gesamten Stadtgebiet für Erfrischung. Seit 2021 wurden zusätzlich rund 500 neue Trinkbrunnen errichtet. Denn der Zugang zu Trinkwasser und Abkühlung ist auch eine soziale Frage, denn alle Menschen sollen unabhängig von Alter, Einkommen oder Wohnort davon profitieren.

Wie erzeugt Wiener Wasser Ökostrom?

Die Wiener Wasserversorgung trägt auch zur Energiewende bei. Insgesamt 17 Wasserkraftwerke entlang der Hochquellenleitungen und im Stadtgebiet erzeugen jährlich rund 65 Millionen Kilowattstunden Ökostrom, etwa so viel, wie eine Stadt in der Größe von Wiener Neustadt benötigt. Die Stromproduktion beeinträchtigt die Trinkwasserversorgung nicht: Die Versorgung der Bevölkerung hat jederzeit Vorrang.

Strategie „Wiener Wasser 2050“

Bis 2050 wird Wien auf rund 2,3 Millionen Einwohner:innen wachsen. Deshalb investiert die Stadt gezielt in:

  • mehr verfügbare Wassermengen, 
  • zusätzliche Wasserbehälter, 
  • die Erneuerung des Leitungsnetzes, 
  • neue Grundwasserressourcen, 
  • moderne Wasseraufbereitung, 
  • Digitalisierung und Krisenvorsorge. 

Ein zentrales Projekt ist das neue Wasserwerk auf der Donauinsel. Seit April 2026 entsteht dort ein hochmodernes Wasserwerk, das ab 2030 bis zu 22 Prozent des durchschnittlichen Wiener Tagesverbrauchs decken soll. Rund 140 Millionen Euro werden in das Projekt investiert.

Wasser bleibt öffentliches Eigentum

Wasser ist keine Ware, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb ist das Wiener Wasser durch eine Verfassungsbestimmung vor einer Privatisierung geschützt. Die Wiener Wasserversorgung zeigt, wie eine starke öffentliche Infrastruktur für Sicherheit, Lebensqualität und Zusammenhalt sorgt. In Wien fließt auch in Zukunft bestes Trinkwasser: sicher, leistbar und für alle.

  • Das Wiener Trinkwasser stammt überwiegend aus 70 Quellen in den niederösterreichisch-steirischen Alpen und wird über die beiden Hochquellenleitungen nach Wien transportiert.

  • Sehr sicher. Wien verfügt zusätzlich über 30 Grundwasser-Brunnen, große Wasserbehälter und umfangreiche Notfall- und Krisenvorsorge.

  • Insgesamt rund 1,6 Millionen Kubikmeter. Das entspricht dem durchschnittlichen Wasserverbrauch der Wiener Bevölkerung von etwa vier Tagen.

  • Ja. Da das Hochquellwasser durch das natürliche Gefälle nach Wien fließt, bleibt die Versorgung der überwiegenden Mehrheit der Haushalte auch bei einem Stromausfall aufrecht.

  • Die Versorgung ist gesichert. Ein bewusster Umgang mit Wasser hilft jedoch, Reserven zu schonen und die Versorgungssicherheit zusätzlich zu stärken.

  • Die Stadt investiert in die Strategie „Wiener Wasser 2050“, erweitert die Wassergewinnung, baut Speicher aus, erneuert das Rohrnetz und schafft zusätzliche Kühlungsangebote im öffentlichen Raum.

  • Die Kombination aus hochwertigem Alpenquellwasser, öffentlicher Verantwortung, langfristiger Planung und umfangreichen Investitionen macht die Wiener Wasserversorgung zu einem der sichersten Systeme Europas.

  • Weil der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Abkühlung für alle Menschen gewährleistet sein muss. Wien setzt deshalb auf eine starke öffentliche Daseinsvorsorge und investiert in kostenlose Trinkbrunnen und eine krisensichere Infrastruktur.

So bleibt Wien trotz Hitze kühl

Was dir auch gefallen könnte:

Verpasse keine Neuigkeiten: