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Vermögenssteuer in Österreich: Mehr Gerechtigkeit statt höherer Belastung für Arbeitnehmer:innen

Während Arbeitnehmer:innen, Familien und Pensionist:innen unter Teuerung, steigenden Mieten und hohen Energiekosten leiden, bleiben Millionen- und Milliardenvermögen in Österreich weiterhin kaum besteuert. Das ist weder gerecht noch zukunftsorientiert.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Ein starker Sozialstaat ist keine Selbstverständlichkeit, sondern die Grundlage dafür, Krisen bewältigen zu können. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es Investitionen in Gesundheit, Pflege, Bildung, leistbares Wohnen und soziale Sicherheit. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob investiert werden soll, sondern wer einen fairen Beitrag dazu leistet. Eine Vermögenssteuer würde genau dort ansetzen, wo außergewöhnlich große Vermögen vorhanden sind – nicht beim Eigenheim der Mittelschicht oder beim Sparbuch, sondern bei Millionenvermögen. Mit den Einnahmen könnten wichtige Investitionen finanziert werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vermögenssteuer in Österreich – Mehr Gerechtigkeit statt höherer Belastung für Arbeitnehmer:innen
  2. Nicht alle Menschen wurden von Krisen gleich getroffen
  3. Österreich besteuert Arbeit, aber kaum große Vermögen
  4. Welches Land hat bereits eine Vermögenssteuer?
  5. Wofür eine Vermögenssteuer verwendet werden könnte
  6. Das SPÖ-Modell für eine gerechte Millionärssteuer
  7. Bin ich von einer Millionärssteuer betroffen?
  8. Warum wird keine Vermögenssteuer eingeführt?

Nicht alle Menschen wurden von Krisen gleich getroffen

Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Krisen treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Während viele Arbeitnehmer:innen unter Teuerung, steigenden Mieten und Reallohnverlusten leiden, konnten große Vermögen und Konzerne ihre Gewinne teilweise massiv steigern.

Diese Entwicklung ist kein Zufall. International zeigt sich seit Jahrzehnten ein klares Muster: Dort, wo Gewerkschaften und Arbeitnehmer:innenrechte geschwächt werden, wächst die Ungleichheit massiv an. Während viele Menschen von ihrer harten Arbeit leben müssen, konzentriert sich immer mehr Wohlstand bei den reichsten zehn Prozent der Gesellschaft und das oftmals leistungslos.

Die Schere zwischen jenen, die von ihrer Arbeit leben, und jenen, die von großen Vermögen profitieren, geht dadurch immer weiter auseinander. Genau deshalb braucht es faire Steuern auf große Vermögen und eine Politik, die gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

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Österreich besteuert Arbeit, aber kaum große Vermögen

Fast 80 Prozent des gesamten Steueraufkommens in Österreich stammen aus Steuern auf Arbeit und Konsum. Arbeitnehmer:innen und Konsument:innen tragen damit den Großteil der Finanzierung unseres Staates. Vermögens- und Erbschaftssteuern, wie sie viele andere europäische Länder kennen, gibt es in Österreich hingegen nicht.

Das führt zu einer massiven Schieflage: Während Menschen arbeiten gehen und jeden Euro versteuern müssen, bleiben große Vermögen oft unangetastet. Wer jeden Tag arbeitet, darf nicht stärker belastet werden als jene, die über Millionen- oder Milliardenvermögen verfügen.

Studie bestätigt: Vermögenssteuern reduzieren Ungleichheit

Eine aktuelle Studie im Auftrag der EU-Kommission, an der auch das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) beteiligt war, bestätigt die Bedeutung vermögensbezogener Steuern im Kampf gegen soziale Ungleichheit.

Die Studie zeigt: Besonders am oberen Ende der Vermögensverteilung wächst die Konzentration von Reichtum immer stärker. Vermögenssteuern können hier einen wichtigen Beitrag leisten, um Staaten handlungsfähig zu halten und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

Für Österreich ergibt die Studie ein enormes Potenzial:

Eine jährliche Mindeststeuer von zwei Prozent auf das Nettovermögen von Menschen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Euro könnte laut Studie rund 1,9 Milliarden Euro einbringen. Bei drei Prozent wären es sogar rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Studie zeigt außerdem, dass rund 70 Prozent der Bevölkerung Maßnahmen wie eine Millionärssteuer unterstützen.

Mehrheit der Bevölkerung unterstützt Vermögenssteuern

Die Unterstützung in der Bevölkerung für eine Millionärssteuer ist seit Jahren hoch. Bereits frühere IFES-Studien zeigten eine Zustimmung von über 70 Prozent.

Die Menschen wissen: Ein gerechter Staat funktioniert nur dann gut, wenn nicht ausschließlich Arbeit besteuert wird, sondern auch große Vermögen einen fairen Beitrag leisten.

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Welches Land hat bereits eine Vermögenssteuer?

Österreich wäre mit einer Vermögenssteuer kein Sonderfall. Mehrere europäische Länder besteuern große Vermögen bereits heute und finanzieren damit öffentliche Leistungen und Infrastruktur.

In der Schweiz wird die Vermögenssteuer von den Kantonen eingehoben. Auch Norwegen erhebt eine Steuer auf hohe Vermögen. In Spanien gilt eine gestaffelte Vermögenssteuer für Millionenvermögen, während Frankreich weiterhin hohe Immobilienvermögen besteuert.

Die konkreten Modelle unterscheiden sich von Land zu Land. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass besonders große Vermögen einen zusätzlichen Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Die internationale Erfahrung zeigt: Vermögenssteuern sind ein bewährtes Instrument, um Steuergerechtigkeit zu stärken und wichtige öffentliche Investitionen zu finanzieren.

Wirtschaft mit Haltung.

Die Wiener Sozialdemokratie verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung.

Wofür eine Vermögenssteuer verwendet werden könnte

Mit einer Vermögenssteuer könnten dringend notwendige Zukunftsinvestitionen finanziert werden:

Gerade Wien zeigt seit Jahren, dass Investitionen in öffentliche Daseinsvorsorge, sozialen Wohnbau und Bildung funktionieren.

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Das SPÖ-Modell für eine gerechte Millionärssteuer

Die SPÖ setzt sich seit Jahren für eine Millionärssteuer ein, die nur sehr große Vermögen betrifft.

Das Modell sieht unter anderem vor:

Betroffen wären damit nur rund vier bis fünf Prozent der Bevölkerung. Die Einnahmen würden laut Berechnungen rund fünf Milliarden Euro jährlich betragen. 

Bin ich von einer Millionärssteuer betroffen?

Rund um die Diskussion über eine Millionärssteuer stellt sich oft die Frage, wer von einem solchen Modell tatsächlich betroffen wäre. Der Vermögensrechner schafft hier Transparenz und zeigt auf Basis der eingegebenen Vermögenswerte, ob nach dem vorgeschlagenen Modell eine Steuerpflicht bestehen würde.

Dabei wird deutlich: Die große Mehrheit der Bevölkerung wäre von einer Millionärssteuer nicht betroffen. Besteuert würden ausschließlich sehr hohe Vermögen.

Was die SPÖ in der Bundesregierung bereits umsetzt

Auch wenn es derzeit keine parlamentarische Mehrheit für eine umfassende Millionärssteuer gibt, setzt die SPÖ in der Bundesregierung konkrete Schritte für mehr Steuergerechtigkeit. Jährlich kommen 1 Milliarde Euro von Banken, Energiekonzernen und Stiftungen herein für eine sozial ausgewogene Budgetsanierung: 

Im Doppelbudget 2025/2026 wurden Maßnahmen beschlossen, mit denen breite Schultern stärker zur Finanzierung des Staates beitragen:

Warum wird keine Vermögenssteuer eingeführt?

Natürlich wäre es fair, wenn Millionenvermögen und Millionenerbschaften einen stärkeren Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Die SPÖ fordert deshalb seit vielen Jahren die Einführung einer Millionärssteuer.

Derzeit gibt es dafür allerdings keine politische Mehrheit – weder in der Bundesregierung noch im Parlament. Die SPÖ wird sich weiterhin für eine gerechte Besteuerung großer Vermögen einsetzen und weiß dabei die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich.

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