SPÖ Wien

Erfolgreich durch Wiener Betriebe.

Wien ist der mit Abstand wichtigste Wirtschaftsstandort Österreichs. Rund 150.000 Betriebe erwirtschaften eine Wirtschaftsleistung von etwa 120 Milliarden Euro jährlich, was einem Viertel der gesamten österreichischen Wirtschaftskraft entspricht. Die wirtschaftliche Stärke Wiens beruht vor allem auf seinen Klein- und Mittelbetrieben mit einem großen Anteil an EPUs. Zusammen machen sie 99,7 % aller Unternehmen am Wirtschaftsstandort Österreich aus und bilden das Rückgrat der Wiener Wirtschaft.

Dabei zeigt sich, dass unsere Stadt nicht nur für die nationale, sondern auch für die europäische Wirtschaft eine zentrale Rolle spielt. Die Dynamik des Wirtschaftsstandorts spiegelt sich unter anderem in über 10.000 Neugründungen pro Jahr wider. Gleichzeitig führen aber auch etwa 2.700 Insolvenzen jährlich vor Augen, dass die unternehmerische Realität herausfordernd ist. Dabei stehen Wiener Betriebe zunehmend veränderten globalen wie lokalen Rahmenbedingungen gegenüber.
 

Zölle

Die internationale Positionierung Wiens ist eng mit den Stärkefeldern Life Sciences, Kreativwirtschaft und Digitalisierung verbunden. Der Life-Science-Sektor, der allein rund 50.000 Beschäftigte zählt und einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro pro Jahr erzielt, hat in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass Wien trotz allgemein schwieriger Konjunktur in Österreich ein leichtes Wirtschaftswachstum erzielen konnte. Durch die geänderte Zollpolitik im internationalen Handel gerät dieser Bereich jedoch zunehmend unter Druck. Das 1994 geschlossene WTO-Pharmaabkommen sicherte jahrzehntelang zollfreien Handel mit Medikamenten und Wirkstoffen zwischen der EU, den USA, der Schweiz und Japan und stärkte die Wettbewerbsfähigkeit europäischer und Wiener Produktionsstandorte. Die im August 2025 zwischen der EU und den USA geschlossene neue Handelsvereinbarung begrenzt Importzölle für Pharmazeutika aus der EU künftig auf maximal 15 %. Dieses Ende der Nullzollpraxis schwächt die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Pharmaunternehmen erheblich. Dies hat zur Folge, dass internationale Pharmaunternehmen zunehmend andere Standortalternativen, vor allem in den USA, prüfen.
 

Ausgründungen und Förderkultur 

Wien investiert rund 130 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung und verfügt mit 25 Hochschulen, 200.000 Studierenden und einer Forschungsquote von 4 % über die fünftgrößte Forschungsinfrastruktur der Europäischen Union. Vor diesem Hintergrund ist die Stärkung universitärer Ausgründungen besonders wichtig. Sogenannte Spin-offs überführen Innovation direkt aus der Forschung in wirtschaftlich absetzbare Produkte und Dienstleistungen, schaffen neue Unternehmen und Arbeitsplätze, erhöhen die Standortattraktivität und fördern die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Öffentliche Beteiligungen an solchen Ausgründungen sichern langfristige Einnahmen und können Forschungserfolge für das Gemeinwohl nutzbar machen, ganz im Sinne einer unternehmerischen Stadt, die gestaltet statt nur fördert. Mit jährlich 23 Spin-offs an Wiener Hochschulen zeigt sich, dass trotz der 25 Universitäten noch deutlich Luft nach oben besteht, um zu internationalen Vorreiterinnen aufzuschließen.

Damit eng verknüpft ist Wiens Fördersystem für Unternehmen: Wien verfügt über ein starkes und breit aufgestelltes Fördersystem und trägt dabei ein beachtliches finanzielles Risiko. Gleichzeitig zeigt sich, dass erfolgreiche Innovationspolitik immer auch Raum für Experimente und neue Ansätze braucht. Gerade aus solchen Erfahrungen können wichtige Impulse für den Standort entstehen.

 

Gründerinnen als Innovationstreiberinnen 

In den vergangenen 15 Jahren ist der Anteil weiblicher Gründerinnen kontinuierlich gestiegen. Rund 45 % aller Unternehmensgründungen in Wien stammen derzeit von Frauen. Das ist ein beachtlicher Anteil, zeigt aber zugleich, dass es weiterhin Aufholbedarf gibt.

 

Breitbandanschluss und Rechenkapazität 

Mit dem Bereich Digitalisierung hat Wien einen weiteren wichtigen Zukunftsbereich erschlossen. Die Kombination aus biotechnologischem Know-how und digitaler Innovationskraft ist auch international sehr gefragt. Ein weiteres Wachstumsfeld zeichnet sich im Bereich der Lebensmitteltechnologie ab. Laut Statistik Austria belief sich das Investitionsvolumen der österreichischen Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln im Jahr 2023 auf rund 884,4 Millionen Euro. Als etablierter Standort für Life Science und Medizintechnik bietet sich Wien als geeigneter Standort für Lebensmitteltechnologieunternehmen an. Laut Statistik Austria belief sich das Investitionsvolumen der österreichischen Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln im Jahr 2023 auf rund 884,4 Millionen Euro. Als etablierter Standort für Life Science und Medizintechnik bietet sich Wien als geeigneter Standort für Lebensmitteltechnologieunternehmen an.

Für beide Bereiche braucht es eine adäquate Infrastruktur im Bereich Breitband und Rechenkapazität. Diese sind für internationale Hightech- und KI-Unternehmen essenziell. In einigen Gebieten fehlt es bis heute an leistungsfähigen Breitbandanschlüssen. Der Mangel an fehlender verbindlicher Priorisierung und Prozesskoordination kostet Wien Investitionen und Arbeitsplätze.

 

Leerstände und Mietpreise 

Neben internationalen und technologischen Herausforderungen treten auch innerstädtische Faktoren zutage, die die wirtschaftliche Entwicklung bremsen können. Leerstehende Erdgeschossflächen mindern nicht nur die Attraktivität des Stadtraums, sondern erschweren auch die Entfaltung lebendiger, vielfältiger Grätzlstrukturen. Mit Initiativen wie jenen der Wirtschaftsagentur Wien und Kreative Räume Wien wurden bereits wichtige Schritte gesetzt, um Leerstände zu aktivieren und jungen Unternehmen sowie Kreativschaffenden Raum zu geben. Dennoch bleibt Handlungsbedarf: Hohe Mietpreise und fehlende wirtschaftliche Anreize für Eigentümer:innen führen weiterhin dazu, dass wertvolle Flächen leer stehen – und damit Chancen für lokale Wertschöpfung und urbane Vielfalt ungenutzt bleiben.

Steigende Mietpreise am privaten Immobilienmarkt bringen auch die Wiener Industrie unter Druck: Rund 100.000 Arbeitnehmer:innen sind in Wien direkt, rund 300.000 insgesamt, in der Industrie beschäftigt. Dabei funktioniert Industrie in Wien nicht auf der Grünen Wiese, sondern ist ins Stadtleben und in Erdgeschosszonen eingebettet. Steigende Mieten, Flächendruck und Nutzungskonflikte führen jedoch auch hier zu schwierigen Rahmenbedingungen.

 

Fachkräftemangel 

Hinzu kommt – trotz Rekord-Beschäftigungszahlen und einer vergleichsweise nachhaltigen demografischen Struktur – der Fachkräftemangel in mehreren Bereichen, so beispielsweise im Technik-, Pflege-, Health-IT- und im Data-Sektor. Während die Stadt Wien mit gezielten Maßnahmen wie beispielsweise dem Fachkräftezentrum, dem Öko-Booster, der Jugendstiftung, Jobs PLUS Ausbildung, dem Wiener Ausbildungsgeld, Digi Winner, der Joboffensive 18plus und der Wiener Frauenstiftung des waff wichtige Maßnahmen setzt, erweist sich die bundesweite Regelung zur Rot-Weiß-Rot-Karte als Hindernis. Restriktive Kriterien wirken für viele abschreckend. Gleichzeitig zeichnet sich eine umfassende Pensionierungswelle ab: Viele Beschäftigte der geburtenstarken Jahrgänge scheiden in naher Zukunft aus dem Erwerbsleben aus.

 

Energiepreise 

Energiepreise stellen eine weitere Belastung für die Wiener Betriebe dar. Kernursachen für die Energiepreisanstiege sind die hohe externe Preisvolatilität, Unsicherheiten bei der Rohstoffverfügbarkeit sowie die laufende Umstellung der Energiesysteme. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen leiden unter hohen Kosten und fehlender Planungssicherheit.

 

WIENER WEG 

Damit die wirtschaftlichen Stärken Wiens in Zukunft erhalten bleiben, braucht es eine aktive Wirtschaftspolitik, die Wiener Betriebe, vom Ein-Personen-Unternehmen über Klein- und Mittelbetriebe bis hin zu Großunternehmen, in allen Bereichen stärkt. Erfolgreich durch Wiener Betriebe heißt, die Innovationskraft und das wirtschaftliche Potenzial unserer Stadt sichtbar zu machen, zu fördern und weiter auszubauen.

Schon jetzt werden Wiener Betriebe in den unterschiedlichsten Bereichen gefördert und gestärkt: Beispielsweise unterstützt die Grätzlinitiative 20+2 von 2023 bis Ende 2025 die Belebung der Leopoldstadt und Brigittenau. Kleine Unternehmen und Gründer:innen, die im lokalen Handel arbeiten oder Dienstleistungen anbieten, werden unterstützt, um die Nahversorgung zu sichern und das soziale Leben zu stärken. Durch jahrelange Maßnahmen und die Wiederbelebung von leerstehenden Geschäftslokalen ist auch die Nahversorgung mit Lebensmitteln im Gegensatz zu anderen österreichischen Gemeinden in Wien zu 100 % gesichert.

Mit der Wiener Wirtschaftsagentur als zentrales wirtschaftspolitisches Instrument für Unternehmer:innen stärkt Wien den Wirtschaftsstandort und unterstützt Unternehmen mit Förderungen, kostenlosen Beratungen, Workshops, Netzwerkangeboten, Betriebsflächen, Büros und beim Aufbau neuer Partner:innenschaften. Im Rahmen der Förderung Geschäftsbelebung werden kleine und mittlere Unternehmen gefördert, die in Erdgeschosslokale investieren. Auch speziell für Frauen werden etwa mit dem Frauenbonus im Rahmen der Innovations- und Nahversorgungsförderung spezifische Fördermöglichkeiten angeboten.

Als Wiener Sozialdemokratie bekennen wir uns zu lokaler und regionaler Wertschöpfung, wirtschaftlicher Stärke und Stabilität und zur Vielfalt der Wiener Betriebe. Wir bekennen uns dazu, die Unternehmen und Unternehmer:innen in unserer Stadt zu unterstützen, die Umfeldbedingungen für Innovation und Wachstum zu verbessern und in zentralen länderübergreifenden, europaweiten Fragen den Schulterschluss mit der Europäischen Union zu suchen.

 

SPÖ Wien

FORDERUNGEN 
Wiener Betriebe durch faire Rahmenbedingungen stärken

Stark durch Chancen für alle.

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