Maßgeschneiderte Hilfen für EPU in Wien

Ludwig, Hanke: Hilfen für EPU in Wien
Bild: PID / Christian Jobst

Die 65.000 Ein-Personen-Unternehmen (EPU), die es in Wien gibt, sind ein wichtiger Teil der Wirtschaft in unserer Stadt. Leider bekommen sie oft die Folgen der Corona-Krise ganz besonders zu spüren. Deswegen hat die Stadt Wien speziell für diese Unternehmen eine eigene EPU-Förderung entwickelt.

Im Fördertopf der Wirtschaftsagentur Wien liegen für EPU 10 Mio. Euro. Damit können EPU, die Corona-bedingt neue Geschäftsfelder entwickeln oder Veränderungen an ihrem Geschäftsmodell vornehmen müssen, bis zu 7.000 Euro abholen. „Wir gehen weiter! Jetzt folgt der nächste Innovationsschub für unsere Unternehmen: 70 Mio. Euro stellt die Wirtschaftsagentur Wien heuer direkt für Wiens Betriebe bereit“, betont Bürgermeister Michael Ludwig.

Auch beim waff gibt es erstmals Förderungen für Ein-Personen-Unternehmer*innen. Gefördert werden Aus- und Weiterbildung zur Stärkung der unternehmerischen Kompetenzen mit bis zu 2.000 Euro und 80 % der Kurskosten. Konkret können das Ausbildungen im kaufmännisch und betriebswirtschaftlichen Bereich sein (z.B. Buchhaltung, Controlling, Datenschutz, Wirtschaftsführerschein, Steuerrecht, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Büroorganisation), im digitalen Bereich (z.B. Optimierung des Social-Media-Auftritts, ECDL, Excel-Kurs, e-Rechnung, Photoshop, digitale Kommunikation) sowie im Bereich sprachliche Kompetenzen (z.B. Sprachkurse in Englisch und Deutsch, Business Englisch oder Wirtschaftsdeutsch). „Wir stellen über den waff 1,5 Mio. Euro für das neue EPU-Weiterbildungsprogramm bereit. Dieses soll mithelfen, dass EPU nicht nur gut durch die Krise kommen, sondern in weiterer Folge zu Unternehmer*innen werden, die auch Mitarbeiter*innen einstellen,“ erklärt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke die Zielsetzung. Es gebe bereits jetzt eine Reihe von Interessent*innen für diese Förderung, die am 1. April startet, so Hanke.

„Gerade in Krisenzeiten ist es besonders wichtig, dass auch EPU ihre unternehmerischen Kompetenzen stärken und auf den letzten Stand bringen können. Ich bin daher sehr froh darüber, dass es dem waff gelungen ist in kurzer Zeit ein gänzlich neues Angebot für diese Zielgruppe auf die Beine zu stellen. Um die Wiener Ein-Personen-Unternehmer*innen über die neue Förderung bestmöglich zu informieren, kooperiert der waff auch ganz eng mit Wirtschaftskammer Wien. Die waff Förderung für EPU ist ein weiterer Beweis, wie hervorragend die Sozialpartnerschaft in Wien funktioniert. Sie ist das Fundament, mit dem wir in Wien die Krise gemeinsam gut bewältigen können“, sagt Bürgermeister Michael Ludwig.

Zukunftsfit durch Digitalisierung: Wien Online Next geht in die nächste Runde

Eine Neuauflage gibt es für die 2020 erfolgreich lancierte „Wien Online“-Förderung. Mit bis zu 15 Mio. Euro hat die Stadt Wien die Digitalisierung Wiener Betriebe und deren Online-Präsenz mit bis zu 10.000 Euro Förderung pro Betrieb unterstützt. Fazit: innerhalb eines Monats stellten 2.399 Unternehmen einen Antrag. Jetzt geht die Förderung mit „Wien Online Next“ und 3 Mio. Euro in die nächste Runde. Betriebe werden mit bis zu 20.000 Euro unterstützt, neue digitale Vertriebskonzepte umzusetzen und neue Märkte zu erschließen. Dadurch sollen auch der Rückzug ins reine Onlinegeschäft und damit Leerstände verhindert und ein attraktiver lebendiger Raum gefördert werden. In diesem Sinne werden auch bisher rein online handelnde Unternehmen mit dieser Förderung adressiert, wenn sie ihre Vertriebsmaßnahmen hin zum stationären Handel weiterentwickeln: „Unser Ziel ist es, Geschäfte und Betriebe durch Digitalisierung zu stärken, sodass sie für unsere Stadt erhalten bleiben, auch das ist ein wichtiger Aspekt für den Wohlfühlfaktor Wien“, unterstreicht Peter Hanke.

Starke Bilanz der bisherigen Corona-Hilfen

2020 wurden von der Wirtschaftsagentur Wien insgesamt acht zusätzliche Corona-Förderungen neben den laufenden Unterstützungen für Wiens Unternehmen bereitgestellt. Mit den Corona-Förderprogrammen 2020 wurden 4.332 Projekte von Unternehmen in Wien mit insgesamt 32 Mio. Euro gefördert, 7.000 Arbeitsplätze wurden digitalisiert und konnten für den Standort Wien erhalten werden. Die Betriebe lösten damit ein Investitionsvolumen von 62 Mio. Euro aus. Darüber hinaus wurden von der Wirtschaftsagentur Wien rund 30.000 Beratungsgespräche mit Wiener Unternehmer*innen geführt, um sie sicher durch die Krise zu bringen. „Die Bilanz der Maßnahmen zeigt, dass jeder Förder-Euro 2020 beinahe doppelt in die Wirtschaft zurückgeflossen ist. Digitalisierung bleibt auch weiterhin der wichtigste Hebel, damit unsere Unternehmen konkurrenzfähig sind und zukunftsfit bleiben. Jetzt zünden wir mit Wien Online Next die nächste Raketenstufe für unsere Unternehmen und den Standort“, sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke.

Weitere fünf Corona-Maßnahmen hat die Stadt Wien über den waff mit rund 69 Mio. Euro auf den Weg geschickt. Durch den Ausbau der Initiative „Jobs plus Ausbildung “ und das neue „Wiener Ausbildungsgeld“, für das die Stadt zusätzlich 31,5 Mio. Euro in die Hand nimmt, bekommen 4.100 arbeitslose Wiener*innen bis Ende 2023 die Chance auf eine hochwertige Ausbildung für Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe. Damit erhalten sie eine reale Chance auf einen zukunftssicheren Job. Mit dem 17 Mio. Euro schweren Wiener Corona-Ausbildungspaket hat die Stadt ein ganzes Bündel an Maßnahmen für arbeitslose junge Wiener*innen bereitgestellt. Mit insgesamt 10 Mio. Euro wurden die überbetriebliche Lehrausbildung (ÜBA) auf 5.172 Ausbildungsplätze aufgestockt, 1.000 Laptops wurden für Distance-Learning angekauft und neue Lehrberufe in der ÜBA eingerichtet. 3 Mio. Euro hat die Stadt Wien für die Qualifizierung junger arbeitslose Wiener*innen bereitgestellt. 716 Jugendliche haben dafür bereits das Beratungsangebot in Anspruch genommen und 559 haben einen Qualifikationspass für ein konkretes berufliches Ziel erhalten. 78 Jugendliche sind in die Stiftung „Jugend und Zukunftsberufe“ eingetreten, 2021 sollen weitere 150 dazukommen. Insgesamt können 800 junge, arbeitslose Wiener*innen bis 2024 von der Stiftung für neue Jobchancen in Zukunftsberufen profitieren. Rund 200 Lehrlinge aus 40 Betrieben sind bisher in den Wiener Ausbildungsverbund eingestiegen, der für Lehrlingsbetriebe der Hotellerie und Gastronomie eingerichtet wurde und wo sie ihre Ausbildungen fortsetzen können. Die Joboffensive 50plus wurde auf 1.750 Stellen aufgestockt. Laufzeit ist bis Ende 2022. Bisher haben über die Initiative rund 900 über 50jährige arbeitslose Wiener*innen einen neuen Job bekommen.

Kommende Förderungen von Wirtschaftsagentur Wien und waff:

1.April 2021

  • EPU-Förderung, 7.000 Euro pro Projekt, 10 Mio. Euro (Wirtschaftsagentur)
  • Innovate4Vienna, 150.000 Euro pro Projekt, 4 Mio. Euro (Wirtschaftsagentur)
  • waff Weiterbildungsprogramm für EPU mit 2.000 Euro für Weiterbildung zur Stärkung der unternehmerischen Kompetenzen, 1,5 Mio. Euro.

1.Mai 2021

Wien Online Next, 20.000 Euro pro Projekt, 3 Mio. Euro insgesamt