Bürgermeister Dr. Michael Ludwig: „In Wien sind wir den richtigen Weg gegangen“

In unserer Online-Sprechstunde unter dem Motto „Zusammen sind wir stärker“, beantwortete Bürgermeister Dr. Michael Ludwig die Fragen der WienerInnen. Themen waren unter anderen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise aber auch die Krisenfestigkeit der Stadt Wien sowie Wiens Rolle in der Europäischen Union.

„In Wien sind wir den richtigen Weg gegangen“


Wien komme vergleichsweise gut durch die Krise, betonte Ludwig. Trotz des starken politischen Drucks, die Spitalsbetten aus Kostengründen zu reduzieren, sei man in Wien den richtigen Weg gegangen. „Ja, es kostet Geld, aber gerade in einer Situation wie jetzt zeigt sich, dass die Versorgung mit Spitalsbetten, die gerade in einer Krise besonders notwendig sind, nicht von einem Tag auf den anderen hergestellt werden kann, sondern eine bereits funktionierende Infrastruktur erfordert“, so der Bürgermeister. In Italien zum Beispiel seien die Spitäler beispielsweise privatisiert und die Kapazitäten aufgrund des Spardrucks, der auf das Land ausgeübt wurde, reduziert worden. Das hat die Todeskurve dramatisch nach oben getrieben. „Wir haben in Wien immer Maßnahmen gesetzt, damit die Spitalskapazitäten nicht überschritten werden. Das hat erfreulicherweise funktioniert, zum einen, weil wir die Kurve abgesenkt haben und zum anderen, weil die Kapazitäten an Intensivbetten in ausreichendem Ausmaß gegeben waren“, sagte der Bürgermeister.

„Daseinsvorsorge ist das wirksamste Instrument der sozialen Gerechtigkeit“


In Wien habe man sich immer gegen den Privatisierungsdruck gewehrt, auch bei der Energieversorgung, beim öffentlichen Verkehr oder bei den 220.000 Gemeindewohnungen. In Wien leben über 60 Prozent der Menschen in Gemeindewohnungen oder von der Stadt Wien geförderten Miet- und Genossenschaftswohnungen. Das ist weltweit einzigartig, in vielen anderen Großstädten leidet die Bevölkerung unter den am privaten Wohnungsmarkt ständig steigenden Mietpreisen. „Von daher ist der Schutz dieser Daseinsvorsorge das wirksamste Instrument der sozialen Gerechtigkeit“, so Ludwig.

„Lasten der Krise dürfen nicht die ArbeitnehmerInnen tragen“


Dem Bürgermeister ist es besonders wichtig, dass die Lasten der Corona-Krise nicht die ArbeitnehmerInnen, die PensionistInnen oder in Ausbildung befindliche Jugendliche tragen müssen. „Ich bin der Meinung, dass vor allem auch jene herangezogen werden sollen, die jetzt ganz stark von der Situation profitieren“, forderte Ludwig. Das seien etwa internationale Konzerne, die derzeit große Gewinnsteigerungen verzeichnen, aber wenig dazu beitragen, das Sozialsystem aufrechtzuerhalten. „Von daher muss es als Konsequenz dieser Krise auch zu einer Besteuerung im internationalen Umfeld kommen, damit solche Konzerne auch zur Finanzierung des Allgemeinwohls herangezogen werden“, betonte der Bürgermeister.

„Wien bleibt auch in Zukunft eine internationale, weltoffene Stadt“


Bürgermeister Dr. Michael Ludwig kämpft dafür, dass Wien auch in Zukunft eine internationale und weltoffene Stadt bleibt und in enger Zusammenarbeit mit anderen Großstädten gemeinsame Herausforderungen meistert. Er betonte in diesen Zusammenhang die immer größere internationale Rolle von Städten. „In der Corona-Krise aber auch in der damit verbundenen Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise wird es wichtig sein, dass die Metropolen ganz eng zusammenarbeiten. Denn auch in Österreich ist Wien der Wirtschaftsmotor und ein wichtiges kulturelles Zentrum. Von daher haben wir viel einzubringen in solche Kooperationen. Wir wollen stärkeres Gehör finden, um bei der Verteilung der Mittel stärker berücksichtigt zu werden. Gemeinsam mit den anderen Haupt- und größeren Städten in der EU wird Wien dafür eintreten, dass die Interessen der Städte in der EU verstärkt gehört und umgesetzt werden“, so Ludwig.

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