Sozialpartnergipfel: Weitere Wiener Unterstützungsmaßnahmen präsentiert

mit Bürgermeister Ludwig Bild: PID / Christian Jobst

Wien hat gemeinsam mit den Sozialpartnern in der aktuell schwierigen Situation durch das Coronavirus ein weiteres Hilfspaket in die Wege geleitet. Es dient zur Unterstützung von Wiener Unternehmen und Gaststätten sowie Kulturschaffenden und älteren Personen, die wichtige Wege zurücklegen müssen. „Wir helfen weiter rasch und unbürokratisch. Das Ziel unserer Maßnahmen ist es, die Wiener Bevölkerung zu schützen aber auch Wiener Unternehmen in dieser außergewöhnlichen Situation zu unterstützen“, sagte Bürgermeister Michael Ludwig.

Zusätzlich zu den Mitteln des Bundes nimmt Wien 85 Millionen Euro in die Hand, um den ArbeitnehmerInnen und den Betrieben unter die Arme zu greifen. „Die Stadt Wien wird gemeinsam mit den Sozialpartnern das Wirtschaftspaket der Bundesregierung punktuell unterstützen, um die Herausforderungen in dieser wohl größten Krise seit 1945 zu meistern“, so Ludwig. So soll um den Wirtschaftsstandort Wien zu stärken eine gemeinsame Info-Plattform für kleinere und mittlere Wiener Unternehmen die Möglichkeit geben, die eigenen Produkte zu präsentieren und über diese zentrale Anlaufstelle ausliefern zu lassen. „Die Wiener Wirtschaft ist sehr breit aufgestellt, die Palette reicht von der produzierenden Industrie über das Gewerbe bis hin zu landwirtschaftlichen Produkten“, stellt Ludwig fest. Die Idee, dass Geschäftsmieten während der Krise ausgesetzt oder reduziert werden, will der Bürgermeister gemeinsam mit den Sozialpartnern mit der Justizministerin besprechen, „um einen österreichweite Lösung für dieses Problem zu finden“. Vereinbart wurde mit den Sozialpartnern ebenfalls, dass Schneiderei-Betriebe in Wien Schutzmasken für die Spitäler nach medizinischen Vorgaben fertigen werden.

Sichere Mobilität für ältere WienerInnen; Kultur-Veranstaltungen per TV ins Wohnzimmer

Die Stadt Wien wird – in Kooperation mit den Wiener Taxifunkzentralen – allen Wienerinnen und Wiener ab 65 Jahren (das sind rund 300.000 Personen mit Hauptwohnsitz Wien) Taxigutscheine im Ausmaß von 50 Euro pro Person zur Verfügung stellen. Dieser Gutschein wird den betroffenen Haushalten zugeschickt. „Damit erreichen wir auf der einen Seite, dass die ältere Generation zu den notwendigen Terminen mit dem Taxi fahren kann und dadurch das Infektionsrisiko durch mögliche Kontakte in den Öffis minimiert wird, auf der anderen Seite unterstützen wir die Taxiunternehmen in dieser schwierigen Situation“, so der Bürgermeister. Aufgrund der vielen Kultur-Veranstaltungen, die wegen des Coronavirus abgesagt wurden, werden Kulturevents wie Theaterstücke oder Konzerte vor leeren Rängen aufgezeichnet, um sie live zu übertragen. „Damit erhalten die Künstlerinnen und Künstler ein Einkommen und gleichzeitig wird den Wienerinnen und Wienern in ihren Wohnzimmern Unterhaltung geboten“, erklärt Ludwig. So wird der Stadtsender W24 in den nächsten Wochen die Wiener Kunst von Literatur über Kabarett bis zu Musik in den Mittelpunkt stellen, zusätzlich wird der TV-Sender Bildungsprogramme von und mit dem bekannten Physiker Werner Gruber präsentieren. Gemeinsam mit Pädagoginnen und Pädagogen werden Schulhauptfächer und Naturwissenschaften für das junge und erwachsene Publikum verständlich gemacht.

2 Mio. Euro Förderaktion für Home Office; Schanigarten-Gebühren ausgesetzt

Die Wirtschaftsagentur Wien startet eine neue und mit zusätzlichen 2 Millionen Euro dotierte Förderaktion für Wiener KMUs (Klein- und Mittelbetriebe) zur Herstellung von Home Offices für die Anschaffung von Hardware, Software, Installation und auch die erstmalige Anbindung. Ab einer gewissen Größe des Unternehmens ist die Organisation von verstärktem Home Office nicht trivial, daher ist auch entsprechende externe Beratungsleistung durch FachexpertInnen förderbar. Antragsberechtigt sind Wiener Unternehmen bis 250 Beschäftigte, die Förderquote beträgt 75 Prozent, die maximale Fördersumme pro Unternehmen 10.000 Euro. Für Gaststätten, die Schanigärten betreiben, gilt: Die Gebrauchsabgabe wird für die Benützung von Straßenraum zu privaten Zwecken eingehoben. In Zeiten des wirtschaftlichen Stillstands können aber etwa Schanigärten nicht genutzt werden. Betriebe sollen finanziell entlasten werden, indem keine Gebühren für Leistungen eingehoben werden, die derzeit nicht genutzt werden können. Die heute präsentierten Maßnahmen ergänzen die bereits in den letzten Tagen vorgestellten Initiativen wie die Wiener Garagen-Aktion, bei der nach Aufhebung der Kurzparkzonenen rund 30.000 Garagenstellplätze zu einem Tagestarif von 5 Euro angeboten werden, oder der Aufstockung des Corona-Hilfspakets auf insgesamt 85 Millionen Euro.